Kunst von Constance Strecke

Wie dieses Gedicht zu mir kam

Als ich angefangen habe, an den Texten zu meiner Website zu arbeiten, fehlte mir noch der Beitrag „über mich“. Was sollte ich da schreiben? Was ist interessant und wichtig für die Leserin/den Leser? Wie kann ich mich zeigen?

Ich habe Stichpunkte gesammelt, habe zu bestimmten Ereignissen die passende Jahreszahl gesucht. Dann einen ersten Entwurf gemacht – der mir gar nicht gefiel. Plötzlich dachte ich, es ist viel leichter über Jemanden anderen als sich selbst zu schreiben…Da ist mir meine gute Freundin Frike eingefallen: ich werde sie fragen, ob sie über mich schreiben kann…

Frike und ich haben uns sehr ungewöhnlich kennengelernt, das war an der Uni. Wir waren beide im ersten Semester „Deutsch als Fremdsprache“, erstes Proseminar, erste Sitzung. Die Referatsthemen wurden  verteilt. Alle Themen, auf die ich mich vorbereitet hatte, kamen im Wahlverfahren an andere Kommilitonen. Es wurde weiter aufgerufen. Ein mir völlig unbekannter Autor, Franz Hohler, wurde genannt. „Hin-und Hergeschichten“ was sollte das denn sein? Da meldete sich eine Frau ganz hinten im Raum, mit klarer und deutlicher Stimme, sie wolle dieses Thema nehmen. Ich drehte mich um, weil ich sehen wollte, zu wem diese Stimme gehörte. Das war Frike, mit einem bunten Tuch künstlerisch um den Kopf gewickelt, sah sie überhaupt nicht wie alle anderen aus. Schnell meldete ich mich auch und so fiel dieses Thema auf uns beide.

So haben wir uns kennengelernt. Frike kam nach vielen Jahren aus Portugal zurück, ich kam nach eineinhalb Jahren aus China. Uns bewegten ähnliche Fragen: das Fremde und das Eigene, wie wieder in Deutschland leben, mit der Sehnsucht, wieder loszufahren?

Wir haben dann ein sehr witziges Referat gehalten, mit viel Interaktion und Humor.

Seitdem verbindet uns eine wunderbare und sehr kostbare Freundschaft. In wichtigen Stationen unseres Lebens haben wir uns gegenseitig unterstützt, die eine der anderen den entscheidenen Kick gegeben.

Frike hat mir dann dieses Gedicht geschrieben.

„Du weißt ja, Gedichte sind wie Herbstlaub. Sie fallen zu Boden und bilden Humus“.

Liebe Frike, danke!!

 

Über dich

Worte weben zu einem Schriftstück
entschlüsseln, verbergen
Schichten überlagern
leichtes Gespinst, festen Grund
entdecken, da sein
dichte Erfahrungen abbilden
Eindrücke
Spuren und Abdrücke
Momente Monumente
verwandeln und verbinden
dass sie bleiben und gehen
loslassen und mitwachsen weiterlesen …